Nicht Harry Potter und auch nicht Hannahs Buch über Selbstheilung, welche ich beide angefangen habe zu lesen, fesseln mich momentan, sondern viel mehr 'Leben, das sich lohnt', ein Buch über die Frage nach dem Sinn des Lebens. Als Ania mir das Buch gegeben hat, war ich misstrauisch und wollte es eigentlich gar nicht direkt lesen, aber dann habe ich angefangen und kann seitdem nicht mehr aufhören.
Zur Zeit finde ich es interessant, mich mit den Themen Glauben, Gott, Religion und Kirche auseinander zu setzen, was sicherlich daran liegt, dass ich einige Freunde haben, für die diese Themen eine große Rolle in ihrem Leben spielen. Ich bin nicht getauft, kann meine Kirchenbesuche an zwei Händen abzählen und hatte nie das Bedürfnis, etwas daran zu ändern. Wofür ich mich eigentlich schon immer interessiert habe, ist, darüber nachzudenken, wie es mit uns allen eigentlich angefangen hat. Ich denke, das tut jeder, und allen passiert das gleiche: Man kommt nicht weiter, weil es keine Beweise gibt, weil es nur Theorien gibt, welche durch gute und weniger gute Argumente dementsprechend überzeugen können. Einige Menschen haben sich eben dazu entschieden, daran zu glauben, dass Gott der Schöpfer ist, dass er uns alle erschaffen hat, er der 'Vater' ist. Ob ich dieser Theorie nachgehen soll, weiß ich noch nicht - jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, wie eigentlich die Welt zustande gekommen ist, drehen sich meine Gedanken, ich komme zu keinem Entschluss und halte mir offen, an was ich glauben soll. Ich finde, sowohl Darwins Theorie als auch die von dem Schöpfergott können überzeugend sein.
Ich unterhalte mich momentan gerne mit anderen über dieses Thema, habe schon viele verschiedene Ansichten kennengelernt (sehr lustig, sich mit absoluten Atheisten zu unterhalten! Die wollen mich direkt bekehren :D). Überzeugen kann mich keiner - ich werde dazwischen stehen bleiben.
Die Vorstellung, an einen Gott zu glauben, finde ich schön. Ich schließe nicht aus, dass es einen gibt, ich stimme auch nicht zu, aber ich bewundere die Menschen, für die Gott an höchster Stelle steht. Es muss toll sein, wenn man für sich weiß, dass es da jemanden gibt, der immer für dich da ist, für den du wertvoll bist, der dich gerecht behandelt, der dir deine Fehler verzeiht, dem du vertrauen kannst, aber der dich vor allem liebt. So wie du bist. Es ist faszinierend, dass manche Menschen jedes Problem mit der Hilfe Gottes lösen können, ihr Glaube sie immer wieder stärkt, neue Energie gibt, zu Lösungen verhilft. Ja, das ist beeindruckend, aber mir fehlt da ganz einfach die Überzeugung zu.
Die Geschichten, die vom Summrride erzählt wurden, sind toll - das scheint wirklich eine einzigartige Erfahrung zu sein, die einen im Leben weiter bringt.
Ich für meinen Teil habe diese kleine Vorstellung: Irgendwann passiert es, dass alle Menschen auf einmal wissen, wie alles entstanden ist, was der Ursprung ist. Egal, wie sie es erfahren, ob durch eine übermächtige Kraft, ob durch einen Boten, ob durch die Wissenschaft - jeder weiß alles! Dann gibt es einen Knall und die Welt fängt wieder von vorne an, so lange, bis wieder dieser Zeitpunkt entsteht, dass alle alles wissen :D
Das Thema ist für mich noch lange nicht abgeschlossen. Ich denke immer wieder darüber nach, lese Anias Buch weiter und dann mal sehen. Streng gläubig werde ich sicherlich nicht, das kann ich mir nicht vorstellen. Aber diese Auseinandersetzung sollte jeder mal gemacht haben - sonst kann ich keinem abnehmen, dass er überzeugter Atheist ist :)
So, das war dann mal mein Wort zum Sonntag :D